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Beiß mich, Baby!
Daran scheiden sich nicht nur die Geister, sondern auch die Kritiker: Für die einen ist es eine kitschige Teenie-Schnulze, deren Merchandising-Wert den künstlerischen bei weitem übersteigt, für die anderen ist es die faszinierendste und fesselndste Liebesgeschichte seit Dirty Dancing.
Wie man es auch dreht und wendet, ein gewisses Kultpotenzial der „Twilight“-Saga kann man nicht leugnen. Fakt ist, dass ein Einspielergebnis von etwa 400 Millionen US-Dollar bei einem Budget von gerade mal 37 Millionen Dollar für sich spricht – Grund genug um dem Mega-Erfolg „Twilight – Bis(s) zum Mogengrauen“ die Fortsetzung „New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde“ cineastisch folgen zu lassen.
Nun ist der Erfolg beim Publikum ja wahrlich nicht immer ein Indikator für das Prädikat „künstlerisch wertvoll“, besonders weil im Falle von „Twilight“ weibliche Teenies im Alter von 12 bis 20 Jahren die Zielgruppe darstellen – und die ködert man bekanntermaßen mit schwülstigen Blicken, überdeutlichen Metaphern und Zuckerguss bis an die Schmerzgrenze.
Dagegen setzt Regisseurin Catherine Hardwicke die atmosphärisch fesselnden und sehr authentisch wirkenden Landschaftsaufnahmen, die zum Teil an „Originalschauplätzen“ aus der Romanvorlage im US-Bundesstaat Washington gedreht wurden. Unterstrichen vom süß-schaurigen Soundtrack, der sich noch vor Erscheinen des Films auf Platz Eins der amerikanischen Billboard-Charts katapultierte, wird so eine Atmosphäre kreiert, die der im Roman in nichts nach steht.
Ob man sich auf den Hype um die Verfilmung einlässt oder nicht – es steht jetzt schon fest, dass „New Moon“ die überdimensionalen Fußstapfen seines großen Bruders „Twilight“ ausfüllen wird. Verlässt man sich auf die Publicity rund um das Erscheinungsdatum, so wird das Einspielergebnis des zweiten Teils den exorbitanten Erwartungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gerecht werden. Allein die Spekulationen rund um eine vermeintliche Beziehung zwischen Robert “Edward” Pattinson und Kristen “Bella” Stewart sorgen dafür, dass so schnell nichts anderes die Titelseiten einschlägiger Klatsch-Magazine füllen wird.
In jedem Fall wird „New Moon“ völlig anders und ganz genauso zugleich. Völlig anders, weil sich der Dreh- und Angelpunkt der Story verschiebt – natürlich ist Vampir Edward immer noch das Zentrum des Universums, aber körperlich ist er diesmal kaum präsent. Vielmehr avanciert Co-Star Jacob zum Protagonisten, der die haltlose Bella nach Edwards überstürztem Abschied auffängt und tröstet – na, bei wem klingelt’s?
Ganz genauso, weil das Grundgerüst dasselbe sein wird: Mensch liebt Vampir, Vampir liebt Mensch. Dass diese Konstellationen.. sagen wir mal, Probleme birgt, dürfte auch dem unwissendsten Leser bzw. Zuschauer sofort klar sein. Und wie auch in Teil Eins bleibt die zentrale Frage die gleiche: Kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht? Auch die Umsetzung wird sich wohl nicht übermäßig vom altbewährten „Twilight“-Erfolgskonzept entfernen, denn wer einmal für die Teenie-Schmonzette Geld an der Kinokasse gelassen hat, wird dies auch noch ein zweites Mal tun.
Konfliktpotenzial hoch drei kündigt sich jedenfalls an und wir dürfen gespannt sein, ob der neue Regisseur Chris Weitz („Der goldene Kompass“) die Linie wie erwartet weiterfährt, die Kassen zum Klingeln und die Mädchenherzen zum höher schlagen bringt oder ob sich doch noch Überraschungen offenbaren.
Eins ist jedoch sicher: In meinem Kalender ist der 26. November trotz aller Kritik ganz dick markiert – ich muss ja schließlich wissen, wie es weitergeht!
- Franziska Strothe -
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