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Speed Flatmating – Mitbewohner gesucht!
Stell Dir vor, Du möchtest aus-/um-/wegziehen. Am liebsten mitten in die Stadt, drei Zimmer Altbau mit Badewanne, Dachterrasse, Stuck und altem Dielenboden. Wie, Du kannst dafür keine 1000 Euro kalt im Monat zahlen…?
Dann stell Dir vor, Du suchst das ganze inklusive (zahlendem!) Mitbewohner – nennt sich Wohngemeinschaft. Im Idealfall ordentlich, leise, gut und gerne kochend und „Grey’s Anatomy“-Fan. Die wachsen nicht auf Bäumen? Stimmt!Und weil die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau sowohl für Wohnungs-, als auch Mitbewohner-Suchende nicht nur zeitaufwändig, sondern auch frustrierend sein kann, stellen wir Euch hier den neuesten Trend aus London vor: Speed Flatmating!
Das System funktioniert ganz einfach: Man organisiert Parties in Bars oder Pubs – um Anmeldung wird gebeten – und sortiert die Teilnehmer nach „Suche“- und „Biete“. Zur Unterscheidung auf den ersten Blick klebt bei jedem und jeder ein Sticker auf der Brust – weiß für die Bieter, pink für die Sucher. Was dann passiert, bleibt jedem selbst überlassen.

Die einen halten sich an Fakten und klappern jeden potenziell in Frage kommenden Mitbewohner anhand seiner „Who is who“-Liste ab – darauf notiert man seine persönlichen Ansprüche, Möglichkeiten und Wünsche wie zum Beispiel Lage der gesuchten/gebotenen Wohnung, finanzieller Rahmen und absolute No Go’s.
Die andere Auswahl-Möglichkeit ist ganz und gar subjektiv: Man schnappt sich sein Getränk und sucht seine Gesprächspartner nur nach Sympathie auf den ersten Blick aus. Ob es dann mit dem Zusammenziehen klappt oder nicht, ist erstmal nebensächlich – findet man keinen Mitbewohner, dann zumindest einen neuen Freund!
Wie auch immer man also selektiert, letztendlich sollte immer der Bauch entscheiden, denn bei guter Musik, einem (oder zwei…) Glas Bier und entspannter Atmosphäre zeigt sich ganz schnell, bei wem’s „passt“ – und vor allem, bei wem nicht.
Die Vorteile des Flatmating liegen also auf der Hand: schneller, sicherer, einfacher und lustiger kann man keinen Roommate finden! Man spart sich nicht nur den Zeitaufwand, sondern auch die Unsicherheit, wenn man fremde Leute in einer fremden Wohnung trifft – nur um dann festzustellen, dass man dieses Haus eigentlich nur mit Mundschutz und viel Desinfektionsmittel betreten kann. Frustration, die kein Mensch braucht. Ob sich das Flatmating durchsetzt? Hoffentlich! Als ersten Schritt zu einer Vorzeige-Wohngemeinschaft gibt es wohl nichts praktischeres.
Und wer weiß? Bei dem ein oder anderen hat es bestimmt auch schon „gefunkt“…
- Franziska Strothe -

