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Die Sexsteuer – Pimpern gegen die Wirtschaftskrise
Not macht bekanntlich erfinderisch. Und weil die städtischen Kassen so leer wie lange nicht mehr sind, sucht man kreative Füll-Maßnahmen. Die Stadt Dortmund versucht’s ganz clever und erwägt die umgangssprachliche „Sexsteuer“ auf Bordelle und Prostitution zu erheben. Geschnackselt wird schließlich immer.
In Köln hält man schon seit 2003 die Hand auf, in Oberhausen und Dorsten sollen seit dem 01.Januar 2010 die Kassen klingeln – die schlüpfrige Abwandlung der Vergnügungssteuer sorgt für den dringend benötigten Geldsegen in Zeiten der Haushaltslöcher. Die rheinische Domstadt kann sich dadurch immerhin über mehr als 800.000 Euro pro Jahr freuen. Was liegt da näher als dieses Erfolgsmodell zu kopieren?
Im ältesten Gewerbe der Welt kennt man alle Tricks um sich amtlichen Kontrollen und Abgaben zu entziehen und somit bleibt das Rotlichtmilieu trotz einem jährlichen Umsatz von geschätzten 7 Milliarden Euro ein weitgehend unbekannter Wirtschaftsfaktor.
Köln hatte im Dezember 2003 erstmals „die gezielte Einräumung der Gelegenheit zu sexuellen Vergnügungen in Bars, Sauna-, FKK- und Swingerclubs“ sowie „das Angebot sexueller Handlungen gegen Entgelt, zum Beispiel in Beherbergungsbetrieben, Privatwohnungen, Wohnwagen und Kraftfahrzeugen mit Ausnahme von Straßenprostitution in Verrichtungsboxen“ der Vergnügungssteuer unterworfen, unter die normalerweise z.B. Tanzveranstaltungen, Filmvorführungen und der Betrieb von Spielautomaten fallen. Prostituierte, die an weniger als 25 Tagen im Monat ihrem Handwerk – im wahrsten Sinne – nachgehen, bezahlen seitdem pauschal 6 Euro pro Arbeitstag an die Stadtkasse.
Pimpern für den guten Zweck – immerhin werden auch aus solchen Abgaben Kindergärten und öffentliche Einrichtungen finanziert. Man kann also nur zum fleißigen Bordell-Besuch ermuntern. Zumindest in Köln, Oberhausen und Dorsten.
- Franziska Strothe -

