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Zusammen ist man weniger allein (Teil 2)
Es gibt Pärchen-Dramen, die funktionieren so: Mann und Frau ziehen zusammen, Mann wird eifersüchtig, Mann nähert sich Frau mit Axt von hinten. Ich will nicht abstreiten, dass es so kommen kann. Kann, muss aber nicht. Mit ein bisschen Mühe kann man dem nämlich ganz leicht vorbeugen.
Zugegeben – jeder, der schon mal mit seinem Partner zusammen gewohnt hat oder das nach wie vor tut, weiß wie sehnlich man sich ab und zu eine Axt wünscht… Und dazu braucht es noch nicht mal Grundsatzdiskussionen über Treue, Vertrauen oder Kinderwünsche. Manchmal reichen auch zusammengeknüllte Stinksocken um mit dem Gedanken an eine Zweckentfremdung des Küchenmessers zu spielen… Aber lassen wir das.
So traurig das auch ist: Zusammenleben ist leider kein ewiges Frühstück im Bett, sondern eine knallharte Portion Alltag. Alltag – alle Tage. Auch wenn zu Beginn das Glücksgefühl, alle Zeit der Welt für- und miteinander zu haben, dominiert: Es gibt Dinge, die organisiert werden müssen. So notwendig wie unromantisch – die Themen Finanzen und Haushalt sollte man nicht vor sich herschieben bis es zum unausweichlichen Showdown kommt. Bespricht man solch elementare Fragen ganz objektiv (und vor allem sofort!), kann man einigen unangenehmen Nörgeleien aus dem Weg gehen.
„Du hast schon wieder das Waschbecken mit Bartstoppeln versaut“ oder „Nie räumst Du Dein Geschirr weg!“ sind ebenso Klassiker unter den Pärchen-Streitereien, die sich eigentlich leicht vermeiden ließen. Kommunikation heißt das Zauberwort, denn sprechenden Menschen kann bekanntlich geholfen werden. Anstatt permanente Unzufriedenheit in sich rein zu fressen und dann wegen einer Lappalie zu explodieren, empfiehlt es sich, direkt den Mund aufzumachen – „Kannst Du bitte Deinen Teller wegräumen?“
Sieht ganz so aus, als könne man mit zwei, drei gedanklichen Handgriffen jedes Beziehungsproblem in der gemeinsamen Wohnung umschiffen. Ja, kann man – und nein, kann man nicht. Allen Absprachen und Bemühungen zum Trotz schleichen sich immer wieder Marotten ein, die sich nicht ändern lassen. Und diesen spleenigen Eigenheiten des Partners begegnet man dann ganz schnell mit der imaginären Axt – womit wir bei den nächsten Zauberworten wären: Toleranz, Akzeptanz und Kompromisse. Alles Dinge, von denen man nie genug haben kann.
Ob es nun um das geliebte Billy-Regal oder Omas alte Bettwäsche, um den Fußball-Abend mit den Kumpels oder um stundenlange Telefonate mit der besten Freundin geht – manche Dinge muss man zu Gunsten einer funktionierenden Partnerschaft einfach so stehen lassen. Genau die Mischung aus Gemeinsamkeiten und Differenzen macht den Liebsten doch so liebenswert!
Das richtige Verhältnis zwischen Nähe und Distanz muss natürlich jeder für sich selbst finden, denn unterschiedliche Vorstellungen davon werden schnell zum Beziehungskiller Nummer eins. Deshalb heißt es ein gesundes Maß an Unabhängigkeit und Bindung zu finden, damit der Alltag nicht überall einzieht, sondern das gewisse Etwas, Reiz und Kitzel erhalten bleiben.
Also wahrt gewisse Grenzen – und ich spreche jetzt nicht nur von Toiletten-Gewohnheiten – und einen Hauch Intimsphäre – man muss und möchte ja schließlich nicht alles wissen. Das klappt übrigens auch auf 40 Quadratmetern!
Keine Angst, Zusammenleben ist gar nicht so schwer wie es aussieht. Das haben immerhin schon ganz andere geschafft. Und mit ein klein wenig Fingerspitzengefühl, Kompromissbereitschaft und Optimismus wird das Projekt „gemeinsame Wohnung“ genauso aufregend und glücklich, wie man es sich vorgestellt hat – ganz ohne Axt und Küchenmesser.
- Franziska Strothe -


Lustiger Text!!