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“Mrs. Robinson” Phänomen
Madonna und Demi Moore haben es öffentlich vorgemacht: Ältere Frauen präsentieren stolz ihre jüngeren Partner. Während bei reiferen Herrschaften eine junge Partnerin schon lange als normal angesehen wird, erlebten die “Mrs Robinsons” von gestern deutlich mehr Widerstand. Doch Änderung ist in Sicht.
Als reife Frau brauchte man bisher viel Selbstbewusstsein und Stärke um seine Vorlieben genießen zu können, die gesellschaftlich nicht als “normal” eingestuft wurden. Doch das moderne Mrs. Robinson-Phänomen wird immer beliebter: Die erfolgreich (und) in die Jahre gekommene Frau zieht einen „Toy Boy“ als Partner vor.
Auch Hollywood hat dieses Phänomen für sich entdeckt und zeigt in diesem Jahr gleich zwei Filme. In “Cheri- Eine Komödie der Eitelkeiten” verliert eine 40jährige Maîtresse (gespielt von Michelle Pfeiffer) ihr Herz an einen Jüngling. Der schwarze Humor und das topaktuelle Thema machten dem Film im Herbst 2009 zum Kritiker-Liebling. Etwas oberflächlicher, aber nicht minder erfolgreich geht es bei Spread (Toy Boy) zur Sache. Hier spielt Ashton Kutcher (31), der auch im “echten” Leben mit der 15 Jahre älteren Demi More liiert ist, die Hauptrolle. Hollywood bestätigt damit folgende Beobachtung: Jüngere Männer liegen bei reifen Frauen voll im Trend!
Doch warum ist das so? Es ist zunächt diese Leichtigkeit. Der junge Mann macht das Leben der reifen Frau leichter, denn er ist unkompliziert und abhängig. Er steht noch am Anfang seines Lebens, während seine Partnerin schon viel im Leben erreicht hat und unabhängig ist, sowohl emotional wie auch finanziell. Warum sollte sich eine Frau mit einem gleichaltrigen Mann rumschlagen, wenn sie doch einen jüngeren, unkomplizierten Kerl abbekommt?
Der junge Partner seinerseits findet auch für sich eine neue und interessante Art der Bestätigung, wenn eine erfahrene und selbstbewusste Frau gerade an ihm interessiert ist. Somit sorgt diese Konstellation bei beiden für ein verstärktes Selbstwertgefühl.
Auch beim Thema Sex läuft einiges anders. Während bei Männer die Sexualität schon ab Mitte 20 abnimmt, bauen Frauen rund 20 Jahre später ab. Der Alterunterschied sorgt hier mehr oder weniger für ein “biologisches” Gleichgewicht – zumindest für einige Jahre.
Eine repräsentative Umfrage der Frauenzeitschrift „mini“ , für die das Institut F&S Infotainment 584 Frauen im Alter von 18 – 45 Jahren befragte, zeigt, dass schon in jeder dritten Beziehung der Mann jünger ist als die Frau.
Der Umfrage zu Folge können sich 67 Prozent der Befragten eine Beziehung mit einem Toy Boy vorstellen. Für 60 Prozent der Frauen spielt ein Altersunterschied bei der Liebe keine große Rolle. Die Frauen glauben, dass es in keinem Alter eine Garantie für eine funktionierende, harmonische Partnerschaft gibt und man das nehmen soll, was das Leben einem bietet. Nur elf Prozent der Befragten glauben nicht an eine stabile Zukunft bei einer solchen Partnerschaft.
Doch es gibt auch Themen, die in einer solchen Konstellation für extreme Reibungen sorgen können. Kinderwunsch z.B.: für viele ist dies in einer solchen Beziehung ein absolutes Tabuthema. Die Männer fühlen sich meist zu jung, um Vater zu werden oder die Frauen haben sich für immer dagegen entschiede. Neben dem Kinderwunsch ist aber auch der Gedanke an eine Partnerin jenseits der 60 der Grund, warum die Männer sich nach einigen Jahren noch einmal neu orientieren. Als ein erfolgreiches Langzeitmodell kann es also kaum betrachtet werden – eher als eine schöne Achterbahnfahrt der Gefühle im hohen Alter.
- Victoria Bobula -

