zweiDabei Magazin
Speed Dating Magazin – zweiDabei | Flirten, Liebe, Beziehung
Small Talk, alltägliche Kommunikationskatastrophen
Der eine kann es mehr, der andere weniger. Aber eigentlich ist es doch ganz einfach: Man begebe sich an einen Ort, an dem man andere von seiner Sorte trifft und mache den Mund auf. Ziel der Mission: Ein gutes Gespräch. Fakt ist: Small Talk ist ziemlich kompliziert.
Es gibt den Marathon-Schweiger, den “Mein Haus, mein Boot, mein Geld”-Erzähler, den plumpen von der Seite-Anmacher (”sind sie öfter hier?”), den vorlauten Streithansel…Wieso ist kaum einer fähig, ein anständiges Gespräch aufzubauen? Man kann “den kleinen Plausch” als schwierigste Selbstverständlichkeit bezeichnen.
Der Psychologe Borwin Bandelow behauptet: Mehr als 60 Prozent der Deutschen sind schüchtern – der eine mehr, der andere weniger. Diese schweigende Mehrheit fürchtet sich vor “sozialen Performance Situationen”. Dazu gehören Vorträge zu halten oder Witze zu erzählen. Prima, da kann ich mich ja direkt über meine blonde Haarfarbe lustig machen. Selbstironie hat jedenfalls noch keinem geschadet. Aber kommen wir wieder zu den Tatsachen: Laut dem Autor Tilman Sprengler befinden wir uns aktuell in einer “fundamentalen Krise des Gesprächs”. Gibt es einen Weg aus der Krise?
Einschlägige Ratgeber wollen den Kommunikationskatastrophen Abhilfe schaffen: Mit Tipps wie “rede bloß nicht über Sex, Politik, Krankheiten oder Religion, unterhalte dich lieber über Essen, Beruf, Urlaub oder das Wetter” soll der Leser fit gemacht werden für die große Kommunikationswelt. Weitere Listen mit do’s und dont’s rund um den Small Talk sind nur einen Google-Klick entfernt. Klingt alles nicht sonderlich originell, muss es aber auch nicht.
Die interessanten Pointen ergeben sich im Laufe des Gesprächs. Wichtig ist einfach: Gemeinsamkeiten mit seinem Gesprächspartner zu finden! Für die Zeitschrift NEON sollte das Gesprächsthema nicht als oberstes Ziel gesetzt werden. Sie gibt den Lesern stattdessen den Tipp mit auf den Weg: “Nie vergessen: Interesse demonstrieren, Feedback geben, Emotionen zeigen”. Es kommt auf die Art an, sich zu artikulieren. Ein Lächeln, offene Augen oder ein kurzes Nicken haben schon oft Wunder bewirkt, hab ich mir sagen lassen
Gott hat uns nicht umsonst zwei Ohren und nur einen Mund geschenkt. Hieraus ergibt sich eine weitere wichtige Regel: Zuhören ist noch wichtiger als Reden. Stellt Fragen an euren Gegenüber, egal ob im Webcam-Chat oder auf einer Party. Am besten sind offene Fragestellungen, die nicht einem bloßen “ja” oder “nein” beantwortet werden können. So verleiht ihr dem Gespräch jede Menge Zündstoff. Und von einem guten Gesprächspartner kommen die passenden Gegenfragen dann ganz von allein…
- Natascha Lilian -

