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Liebe geht durch die Nase
Der Spruch „Ich kann dich gut riechen“ kommt nicht von ungefähr, denn neben dem optischen Aussehen und den inneren Werten ist bei der Partnersuche auch ein passender Geruch wichtig. Die Bedeutung des Geruchs für die Partnerwahl wurde in einer Studie von Prof. Dr. Claus Wedekind an der Universität Bern in der Schweiz untersucht.
Er analysierte die Reaktion weiblicher Probanden auf verschwitzte T-Shirts, die von Männern zwei Tage lang getragen wurden. Um den Duft unvermischt und als typischen Männergeruch nicht zu verfälschen, durften die männlichen Probanden in diesem Zeitraum kein Deo, Rasierwasser oder Parfüm benutzen.
Dabei fand er heraus, dass Frauen eine Vorliebe für bestimmte Schweiß-Männergerüche haben. Der attraktivste Duft war dabei derjenige, der sich vom eigenen möglichst stark unterschied. Schuld daran sind die Immun-Gene – kurz „MHC“ (Major Histocompatibility Complex) – denn wie bei dem genetischen Fingerabdruck sind sie von Mensch zu Mensch verschieden. Sie dienen dazu, fremde Eiweißmoleküle wie Viren oder Bakterien zu erkennen. Der MHC-Wert im Körpergeruch eines Menschen sagt somit auch etwas über seine Gesundheit aus. Ein wesentlicher Faktor war hierbei, ob die Probandin die Anti-Baby-Pille nimmt. Die Berner Forscher fanden unter Anleitung von Wedekind heraus, dass das Riech-Ergebnis durch die Pille stark beeinträchtigt wird. Der Grund hierfür sei die Vortäuschung einer Schwangerschaft, dadurch würde der Fortpflanzungstrieb der Frau eingeschränkt.
Die besten Chancen bei der Partnersuche hat demnach eine Frau, die bei ihrer Partnerwahl der Nase nach geht, keine Anti-Baby-Pille nimmt und Männer beschnuppert, die jedoch weder Deodorant, noch Parfüm oder andere Duftgemische aufgetragen haben. Das würde sonst den körpereigenen Geruch verfälschen. Im Zeitalter der heutigen Duftmaschinerie ist dies allerdings kaum mehr vorstellbar. Gerade Menschen, die schnell ins Schwitzen geraten, werden von der Öffentlichkeit geächtet, wenn sie nicht etwas dagegen unternehmen.
Geruchsprofile im Internet – Matching nach Duftmarke?
Bei der Partnersuche im Internet geben Singles viel über sich preis und verraten in Fragebögen beispielsweise ihren beruflichen Werdegang, wie sie aussehen, ob sie Tiere mögen und sich Kinder wünschen. Ob beim Profilfoto oder bei den Angaben geflunkert wurde, zeigt für gewöhnlich erst das LIVE-Date. Im Gegensatz zu der Fragebogen-Methode, kann ein Speed-Date über Webcam diesen Flunkereien vorbeugen. Womit das Internet bisher jedoch noch nicht aufwarten konnte, ist eine digitale Duftmarke. Doch auch das soll sich jetzt ändern:
Das Schweizer Startup Basisnote hat in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule von Zürich (ETH) einen Schnelltest entwickelt, der das Ergebnis in einen binären Code übersetzt und dann im persönlichen Online-Profil hinterlegt werden kann. Dabei misst dieser Schnelltest den MHC-Gehalt im Speichel. Dieser Wert sei „charakteristisch für die Geruchskomponente, also für das Geruchsprofil und bestimmt den Code”, erklärt August Hämmerli, Biologe und Gründer von Basisnote. Wenn beide Flirtpartner ihr Geruchsprofil hinterlegt haben, können sie im Vorhinein überprüfen, ob auch geruchlich die Chemie zwischen den potentiellen Partnern stimmt.
Die Idee an sich, Geruchsprofile ins Internet zu bringen, halte ich für eine innovative Idee. Sie berücksichtigt den Geruchssinn des Menschen bei der Partnerwahl und ich möchte nicht abstreiten, dass es durchaus wichtig ist, jemanden gut riechen zu können. Allerdings jagt mir der Gedanke mein „DNA-Profil“, das Aufschluss über meine biologischen Qualitäten preis gibt, online zu stellen, ein wenig Angst ein.
- Yvonne Förster -

